Mittwoch, 08. September 2010 - 09:43 
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Lößnitz


Die Bergstadt Lößnitz (von slawisch lesnice für Waldort) im Erzgebirge, auf Grund des Alters auch Muhme genannt, ist eine Stadt im Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland  und gehört zum Städtebund Silberberg.

Geografie

Lößnitz ist eine Kleinstadt im westlichen Teil des Erzgebirges und gehört heute zum Erzgebirgskreis. Sie liegt, eingebettet von bewaldeten Höhenzügen, in einem langgezogenen Tal in ca. 432 m Höhe über NN.

Ortsteile

    * Affalter (seit 1999)
    * Dittersdorf (seit 1974)
    * Grüna (seit 1974 Ortsteil von Affalter)
    * Streitwald (seit 1939 Ortsteil von Affalter)
    * Niederlößnitz (seit 1898)
    * Dreihansen (galt im Jahre 1791 als eigenständige Gemeinde)

Geschichte

Lößnitz wurde von den Burggrafen zu Meißen 1170 gegründet und in einer Urkunde aus dem Jahr 1284 schon als Civitas bezeichnet. Die erstmalige urkundliche Erwähnung von „Lesnitz, dem Waldort“ gab es allerdings schon 1238.

Die Geschichte von Lößnitz ist in ihrer Anfangszeit etwas spekulativ. Zum Beispiel gab es 1304 die Erwähnung eines Schulmeisters. Daher wird vermutet, dass die Lößnitzer Lateinschule schon zu dieser Zeit bestand. Ebenso wird 1372 vom ersten bekannten Bürgermeister Hermann von Buten gesprochen, woraus wieder geschlussfolgert wird, dass ein Rathaus zu dieser Zeit bestanden haben muss.

1382 wurde Lößnitz Bergstadt und ein Jahr später brannte die Stadt bis auf die Stadtmühle vor den Toren komplett nieder. Im Jahr 1406 erwarb der Graf von Schönburg die Grafschaft Hartenstein und machte Lößnitz zu deren Hauptort.

1542 wird die Reformation eingeführt. 1601 entsteht das Rathausportal und der Rathausumbau wurde 6 Jahre später beendet. Allerdings fiel es wie auch Kirche, Pfarr- und Schulgebäude und weiteren 108 Häusern 1616 der „Roten Ruhr“ (Name eines Stadtbrandes) zum Opfer. In den Folgejahren hatte die Stadt mit Plünderungen, der Pest und wieder einem Stadtbrand zu kämpfen.

1714 wurde die Hospitalkirche (Baustil: Barock) eingeweiht.[2] Für diese Zeit waren Stadtbrände ja nichts Außergewöhnliches und so traf es am 10. Dezember 1806 wieder Rathaus, Pfarr- u. Schulgebäude, die mittelalterliche St. Johanniskirche, Brau- und Malzhaus sowie 182 Häuser und 16 Scheunen. Danach wurde wieder aufgebaut, aber schon 3 Jahre später durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt. Von 104 zerstörten Häusern waren 26 der gerade wieder Aufgebauten dabei. Am 29. Oktober 1826 wurde die neue Haupt- und Stadtkirche St. Johannis eingeweiht. Danach kam es in Lößnitz wieder zu Bränden, wobei auch die barocke Hospitalkirche zerstört wurde.

Nachdem die städtische Gerichtsbarkeit an das Haus Schönburg abgetreten wurde, entstand 1861 das „Fürstlich Schönburgische Justizamt Stein“ und im gleichen Jahr wurde auch die neue Hospitalkirche eingeweiht. Durch die Übernahme der schönburgischen Fürstentümer durch das Königreich Sachsen 1878 erhielt Lößnitz ein Königlich Sächsisches Amtsgericht, welches bis 1931 bestand.

1917 wurden die Glocken der St. Johanniskirche und der Hospitalkirche für Kriegszwecke demontiert, aber schon 3 Jahre später erhielt die St. Johanniskirche drei neue Glocken. Im Jahre 1939 installierte man in der Turmlaterne der Kirche ein aus 23 Bronzeglocken bestehendes Glockenspiel.

Am 20. April 1945 wurde der zweite Bürgermeister Rudolf Weber, der die Stadt den Amerikanern kampflos übergeben wollte, von der Waffen-SS erschossen. 1985 bis 1992 entstand am Rande der Stadt ein großes Siedlungsgebiet, in dem heute fast die Hälfte der Bevölkerung lebt. 1999 kam es zur Eingemeindung der Gemeinde Affalter.

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