Sonntag, 05. September 2010 - 00:31 
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Drebach


Drebach ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland).

Geografie

Das 6 km lange Waldhufendorf Drebach liegt in einem Nebental der Zschopau in einer südwest-nordöstlichen Richtung. Der Ortsteil Scharfenstein liegt im Zschopautal. Der höchste Punkt des Ortes liegt bei 600 m an der Grenze zu Ehrenfriedersdorf und der niedrigste Punkt an der Zschopau bei 340 m.

Nachbargemeinden

Im Osten der Gemeinde liegt Großolbersdorf, im Südosten und Süden Wolkenstein, im Süden Thermalbad Wiesenbad und im Westen Ehrenfriedersdorf und Thum.

Geschichte

Drebach

Als "Drätbach" erscheint der Ortsname erstmals am 11. August 1385 in der Schenkungsurkunde des Hans von Waldenburg. Dort erscheint der Pfarrer von Drebach unter den Zeugen. Am 8. April 1386 wird Drebach erstmals urkundlich als „Dretebach“ erwähnt. In den Jahren 1518 bis 1587 bringt der Silberbergbau eine reiche Ausbeute. Mit der Reformation 1539 bleibt Drebach eigenständige Parochie mit den Orten Grießbach, Herold und Venusberg. 1588 wird der erste Kirchschullehrer erwähnt und 1600 wird die Kirchschule erbaut. Die Kirche wird 1614 neu errichtet. In den Jahren 1648 bis 1703 ist der Arzt und Heilpraktiker David Rebentrost als Pfarrer in Drebach tätig. Er legt den Grundstein für die Krokuswiesen mit einer Fläche von derzeit 8 ha 1746 wird im Heidelbachtal ein Kalkwerk angelegt. Die ersten Strumpfwirker werden 1785 erwähnt. In den Jahren 1825/1826 erfolgt der Wiederaufbau der bei einem verheerenden Brand am 12. Mai 1823 zerstörten Kirche, des Rittergutes und der Kirchschule. 1866 wird die mittlere Schule, ab 1915 Gemeindeamt, gebaut. 1877 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die erste Telefonstation wird 1884 errichtet. 1889/1900 werden die Obere und die Untere Schule gebaut. 1896 wird der Rittergutsbezirk mit der Gemeinde vereinigt. Das Kalkwerk wird 1901 stillgelegt. 1909 wird ein Elektrizitätswerk errichtet. 1919 wird mit dem Aufbau einer Straßenbeleuchtung begonnen. 1926 beginnt die Verlegung von Gas- und Wasserleitungen. Die Gasversorgung wird 1928 aufgenommen. In der Nacht zum 15. Februar 1945 werden bei anglo-amerikanischen Bombenabwürfen 11 Häuser zerstört oder beschädigt sowie 5 Einwohner getötet. 1959 wird ein Landkino eröffnet. 1967 wird eine Schule für den gesamten Ort fertiggestellt. Die Einweihung einer Schulsternwarte, auf dem Gelände der Oberschule Drebach, erfolgt im Jahre 1969. Am 1. Juni 1986 eröffnet, anlässlich der 600-Jahr Feier von Drebach, eine neue Sternwarte mit Zeiss-Planetarium. Von 1994 bis 2009 war die Gemeinde Mitglied des Verwaltungsverbandes Grüner Grund.

Scharfenstein

Die Burg Scharfenstein wird um 1250 von den Herren von Waldenburg auf Wolkenstein errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung von Scharfenstein erfolgt am 31. Dezember 1349. In den nächsten Jahren wird die Burg wiederholt verpfändet. Am 26. Januar 1492 kauft Heinrich von Einsiedel die Burg Scharfenstein sowie die dazugehörigen Dörfer Grießbach, Großolbersdorf, Grünau, Hohndorf, Hopfgarten und Scharfenstein. Mit der Reformation 1536 gehört Scharfenstein zur Filialkirche Großolbersdorf der Parochie Wolkenstein. 1575 wird Großolbersdorf eigenständige Parochie. 1834 bis 1839 wird eine Spinnerei errichtet. Das Gebäude mit 8 Stockwerken bietet bis zu 600 Arbeitern Beschäftigung. 1837 wird eine Fabrikschule eröffnet. Um 1850 wird die „Alte Zschopauer Straße“ oberhalb des Zschopautales errichtet. 1865 bis 1866 wird die Bahnstrecke der Zschopautalbahn erbaut. Das Schulgebäude wird in den Jahren 1901/1902 errichtet. 1907 wird die obere hölzerne Straßenbrücke durch eine steinernes Bauwerk ersetzt. Die Spinnerei brennt 1915 vollständig aus. Das Feuer fordert 9 Tote und 22 Verletzte. Am 1. Juni/2. Juni 1921 brennt der gesamte Wohnflügel und ein Teil des Gesellschaftsflügels der Burg aus. Bis 1923 wird die Burg nach historischen Vorbildern wieder aufgebaut. 1926 wird die auf dem Spinnereigelände entstandene Fabrik von den Zschopauer Motorenwerken J. G. Rasmussen AG (DKW) übernommen und ab 1931 erfolgt hier unter der Bezeichnung DKK die Produktion von Kühl- und Kraftmaschinen, sowie später von Kühlschränken. 1927 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1931 muss der Gesamtbesitz des letzten Burgeigentümers Kurt Haubold Alexander von Einsiedel zwangsversteigert werden. 1934 wird ein Wehr errichtet und 1937 sind sämtliche Haushalte an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Auf der Burg wird 1951 ein Spezialkinderheim für schwererziehbare Jungen eingerichtet, 1967 wird es in einen Jugendwerkhof für schwererziehbare Jugendliche umgewandelt. 1993 wird die Burg vom Freistaat Sachsen - Sächsische Schlösserverwaltung übernommen. In der Folgezeit wird die Burg denkmalgerecht saniert und zum Museum umgebaut. 1995 erfolgt die Eröffnung der verschiedenen Ausstellungen. Erstmals seit 1945 ist die Burg wieder für die Öffentlichkeit zuständig. Durch das Augusthochwasser 2002 kommt es auch in Scharfenstein zu Schäden. In den Jahren 2002 bis 2004 und 2007 wird die Zschopautalbahn grundlegend saniert. Am 6. Februar 2005 wird durch den Landesbischof Jochen Bohl das evangelische Gemeindezentrum in Scharfenstein eingeweiht. Im Mai 2007 wird die Sanierung der Ortsdurchfahrt Scharfenstein abgeschlossen.

Schulgeschichte

Drebach verfügte bis zur Einweihung der Karl-Marx-Oberschule im Jahre 1967 über drei Schulen, jeweils im unteren, mittleren und oberen Ortsteil. Im Jahre 1600 wurde die erste Kirchschule im Drebacher Niederdorf errichtet. Der Unterricht wurde von Bartolomäus Petzold (1588–1640) durchgeführt. Im Jahre 1823 brennt die Kirche und mit ihr die angegliederte Schule nieder. Bereits ein Jahr später wird eine neue Kirchschule im heutigen Kantorenwohnhaus eröffnet. 1889/1890 wird die untere Volksschule mit vier Klassenräumen errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg findet die Umwandlung in eine Grundschule mit Klassenstufen 1 bis 8 statt. Ein zweites Schulgebäude entsteht in Oberdrebach 1849. Aber bereits 100 Jahre vorher beginnt ein Laienlehrer Kinder in einem Gebäude des Grundstückes Nr. 91 zu unterrichten. 1889/1890 wird ein Neubau mit zwei Unterrichtsräumen errichtet. 1919 wird eine Erweiterung auf fünf Räume vorgenommen, die über drei Gebäude verteilt sind. 1945 wird die Struktur in eine Grundschule mit acht Klassen umgewandelt. Im mittleren Ortsteil wird 1866 ein drittes Schulgebäude mit einem Unterrichtsraum, in dem bis zu vier Jahrgänge gemeinsam in Klassenstärken bis 70 Schülern unterrichtet werden, gebaut. 1893 findet eine Erweiterung um einen Raum statt. 1915 wird das Schulgebäude verkauft und zum Gemeindeamt umgestaltet, welche Funktion es bis heute innehat. 1925 wird das stillgelegte Elektrizitätswerk in der Nähe des Dorfplatzes in eine Turnhalle und Fortbildungsschule mit zwei Räumen umgebaut. In der Folge wird ein Berufsschulverband für Drebach und Venusberg ins Leben gerufen, welcher 1950 bereits wieder aufgelöst wird. Die Turnhalle und die Räume werden anschließend durch die alte Grundschule und später durch die POS, die Mittelschule und die 2006 neugegründete Grundschule genutzt. Im Kühlschrankwerk dkk wurden seit 1951 Lehrlinge zu Haushaltsgroßgerätemonteuren ausgebildet.

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