Bad Schlema Bad Schlema ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis des Freistaats Sachsen in Deutschland und gehört zum Städtebund Silberberg. Durch sie führt die Silberstraße. Der Ort entwickelt den Tourismus insbesondere im Erholungs- und Gesundheitsbereich.
Geografie
Gemeindegliederung
Ortsteile sind Oberschlema, Niederschlema und Wildbach.
Geschichte
Das heutige Bad Schlema setzt sich aus den ursprünglich selbstständigen Gemeinden Niederschlema und Oberschlema zusammen. Deren Zusammenlegung erfolgte 1958. Seit 1994 gehört auch die Gemeinde Wildbach zum Kommunalverband. Blaufarbenwerk zu Oberschlema, Lithographie 1841
Beide etwa 800 Jahre alten Schlematalgemeinden wurden durch den jahrhundertelangen Bergbau auf Eisen, Kupfer, Silber und Uran bekannt. In der Zeit der Industrialisierung waren die Niederschlemaer Fabriken von Toelle, Ehrler, Leonhardt, Rostosky und Philipp und die Oberschlemaer Unternehmen von Wilisch, Leonhardt, Kenzler und Müller deutschlandweit ein Begriff. Nach der Entdeckung der Herstellung der blauen Farbe aus Cobalt durch Christoph Schürer entstand in Oberschlema mit 42 Gebäuden das größte Blaufarbenwerk der Welt. Als in den Jahren 1908 bis 1912 im Oberschlemaer Markus-Semmler-Stollen starke Radonquellen erschlossen werden konnten, entwickelte sich nach 1918 rasch das stärkste Radiumbad der Welt. Nur zehn Jahre nach seiner Gründung gehörte es zu den bedeutendsten deutschen Kurorten (über 17.000 Kurgästen im Jahr 1943).
Mit der Aufnahme des Uranbergbaus durch die sowjetische Besatzungsmacht ab 1946 wurde der Kurort Radiumbad Oberschlema zu seinem frühen Zentrum im Westerzgebirge. Infolge des bodennahen Raubbaus auf das begehrte Uran begann sich Anfang der 1950er Jahre der Oberschlemaer Talbereich um bis zu acht Meter abzusenken, was den Totalabbruch des gesamten Ortskerns mit Gemeinde- und Kurzentrum zur Folge hatte. Alle erschlossenen Radonquellen waren nun durchkreuzt und versiegten. Bis 1990 förderte die SDAG Wismut fast 80.000 t reines Uran aus dem Schlema-, Silberbach- und angrenzenden Muldetal.
Nach dem Ende des Bergbaus 1991 organisierte der ehemalige Schlemaer Bürgermeister Konrad Barth die Wiederbelebung als Kurort, die 1998 mit der Eröffnung des neuen Kurhauses Wirklichkeit werden konnte. Die neu erschlossenen Radonquellen ermöglichen einen großzügigen Badebetrieb, den täglich bis zu 1.000 Gäste im Gesundheitsbad Actinon nutzen.
Am 18. Januar 2005 verlieh die sächsische Staatsregierung dem Kurort Schlema das Prädikat Bad, nachdem er bereits seit dem 29. Oktober 2004 anerkanntes Radonheilbad war. Der Ort ist der erste, dem diese Bezeichnung nach 1990 zuerkannt wurde.
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