Aue Die Stadt in einem tiefen Talkessel der Zwickauer Mulde galt bis zum Ende des 20. Jahrhunderts als bedeutende Bergbau- und Industriestadt. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte sie durch den Abbau und die Verarbeitung von Eisen-, Silber-, und Zinnerzen sowie von Kaolinerde eine erste Blüte. Durch die Gewinnung von Nickel aus den in der Umgebung vorkommenden Erzen und die Erzeugung von Argentan sowie die Industrialisierung im 19. Jahrhundert siedelten sich bedeutende Betriebe der Metallverarbeitung, des Maschinenbaus und der Textilverarbeitung an und trugen zu einem neuen Aufschwung bei. Eine dritte Blütezeit begann nach dem Zweiten Weltkrieg, als durch die SDAG Wismut der Abbau von Uran vorangetrieben wurde. Heute ist Aue vor allem durch den Fußballverein FC Erzgebirge Aue überregional bekannt.
Geographische Lage und Geologie
Aue liegt am Zusammenfluss der beiden Hauptwasseradern des Westerzgebirges, Schwarzwasser und Zwickauer Mulde, die sich tief in die nach Norden abdachende Pultscholle eingegraben und einen markanten Talkessel ausgearbeitet haben, dessen tiefster Punkt an der Mulde 330 Meter über Normalnull liegt. Während das Granitgestein durch Erosion stärker abgetragen wurde, blieben die härteren Kontaktschieferzonen als Anhöhen rings um das Tal zurück. Zu diesen zählen der Brünlasberg (514 m) mit dem Hohen Holz, der Heidelsberg (512 m), der Eichert (564 m), der Gemauerte Stein (601 m), der Hirschknochen (517 m) und der Eisenstein (516 m).
Bei Bauarbeiten wurde 1896 an einem Hang der Schneeberger Straße links der Mulde ein durch Verwitterungsschutt zugedecktes Torfmoor aufgeschlossen, das im Pleistozän entstanden und Indiz für eine noch größere frühere Ausdehnung des Talkessels ist. Der Stadtteil Zelle liegt auf einer Felsterrasse, auf der früher das Flussbett des Schwarzwassers in Richtung Lößnitzbach verlief. Der steile Hang in Richtung des Stadtteils Auerhammer ist ein früheres Prallufer der Mulde. Der Nebenfluss Zschorlaubach arbeitete die Talweitung aus Richtung Auerhammer aus. Der Kuttenbach (auch: Rumpelsbach) schüttete den Niederpfannenstieler Schwemmfächer auf. Der Lößnitzbach bildete mit der Mulde die älteste Flussaue im Tal.
Der Sächsische Mineralienatlas listet in Aue und Umgebung 13 historische Erzabbaustellen auf. Insgesamt sind auf diesem Gebiet 59 verschiedene Mineralien nachgewiesen.
Flora
Auf den Anhöhen um den Auer Talkessel siedelten sich zunächst Pioniergehölze wie Fichten, Buchen, Tannen und Kiefern an. Heute sind die Berge mit Mischwald bewachsen. Am Ufer der Mulde wachsen Rot-Erlen, Bruch- und Sal-Weiden, verschiedene Arten von Farnkräutern und Rohrglanzgras. Entlang des Schwarzwassertals hat sich die aus Spanien um 1850 eingeschleppte Staubige Wucherblume ausgebreitet, die volkstümlich als Schwarzenberger Edelweiß bezeichnet wird. In Flussnähe treten Hochstauden, Schwarze Teufelskralle, Rote Nachtnelke und Knotige Braunwurz auf. An den Gleithängen der Flusskrümmungen wachsen im Frühling Gebirgs-Hellerkraut, Maiglöckchen und Quell-Schaumkresse. Im Sommer herrschen Arten mit kräftigem Wuchs vor, darunter Engelwurz, Behaarter Kälberkropf, Alantdistel und Wald-Storchschnabel. Gelegentlich finden sich Meisterwurz und Zittergras-Segge sowie einfache einheimische Orchideen wie das Knabenkraut, das Große Zweiblatt oder der Breitblättrige Sitter. Auf den Felsoberflächen breiten sich Flechten und Moose aus, von denen die Rentierflechte, Bartflechten und Islandmoos häufig anzutreffen sind. Die Stadtverwaltung erließ 2003 für ihr Territorium eine Baumschutzsatzung, mit der vor allem die Gliederung des Orts- und Landschaftsbildes, eine „innerörtliche Durchgrünung“, die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und eine Minimierung schädlicher Einwirkungen durch Luftverschmutzung und Lärm erreicht werden soll.
Am 24. April 2007 wurden anlässlich des Tages des Baumes im Trinkwasserschutzgebiet Zschorlauer Wiesen mehr als 1800 von der Hamburger Fielmann AG gestiftete Weißtannen gepflanzt.
Ausdehnung des Stadtgebiets
Die Stadt hat eine Gesamtfläche von 20,9 Quadratkilometern und durch ihre Lage in einem Talkessel und die eingemeindeten Ortsteile eine relativ zerklüftete Struktur. Die Entfernung zwischen dem Erzgebirgsstadion im Nordosten der Stadt bis zum Steinbruch an der Bockauer Straße beträgt etwa 3,3 Kilometer. Die Strecke von Klösterlein Zelle im Nordwesten bis zum südwestlichen Ortsausgang auf der Schwarzenberger Straße ist etwa 3 Kilometer lang. Die Ortsteile Alberoda (im Norden) und Neudörfel (im Westen) befinden sich etwas außerhalb des Stadtgebiets. Die größte Ausdehnung des gesamten Stadtgebiets beträgt in Nord–Süd-Richtung ca. 9 und in Richtung West–Ost ca. 6 Kilometer. Nachbargemeinden
Aue bildet mit den angrenzenden Städten Lauter, Lößnitz und Schneeberg sowie Bad Schlema und Schwarzenberg einen mittelzentralen Städteverbund.
An die Stadt grenzen im Norden Hartenstein (Landkreis Zwickau) und Lößnitz, im Osten Bernsbach, im Südosten Lauter, im Süden Bockau, im Westen Schneeberg, im Südwesten Zschorlau und im Westen Bad Schlema.
Stadtgliederung
Die Stadt umfasst neben ihrem Siedlungskern die Ortsgebiete Alberoda, Klösterlein und Zelle (umgangssprachlich Zeller Berg) im Norden und Nordosten, Niederpfannenstiel im Osten, Eichert im Südosten, Auerhammer und Neudörfel im Süden und Brünlasberg im Südwesten.
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